Alkohol in der Schwangerschaft: Null Toleranz zum Schutz des ungeborenen Lebens

Da ich in meinem Praxisalltag immer wieder auf das Thema „Alkohol in der Schwangerschaft“ angesprochen werde, hat mich einen Pressemitteilung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BiÖG) dazu veranlasst, an dieser Stelle ausführlich auf die großen Gefahren durch Alkohol für das ungeborene Leben hinzuweisen.

Das BiÖg hat gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen eine eindringliche Warnung ausgesprochen: Werdende Mütter sollten während der Schwangerschaft vollständig auf Alkohol verzichten. Die Botschaft ist klar und kompromisslos – und sie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die keinen Raum für Verharmlosung lassen.

Ein Zellgift mit verheerenden Folgen

Alkohol ist ein Zellgift, das während der Schwangerschaft ungefiltert über die Plazenta in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes gelangt. Dort richtet es erheblichen Schaden an: Das empfindliche Nervensystem wird beeinträchtigt, Organe können sich fehlentwickeln und das Wachstum wird gestört. Bereits geringe Mengen Alkohol können ausreichen, um dem Kind lebenslange Probleme zu bereiten.

Die Folgen zeigen sich in Form von fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD). In Deutschland werden jährlich etwa 10.000 Kinder mit diesen Störungen geboren. Die betroffenen Kinder leiden unter Verhaltensauffälligkeiten wie Ruhelosigkeit und Reizbarkeit sowie unter Lern- und Sprachproblemen. Rund 3.000 Kinder pro Jahr sind von der schwersten Form betroffen, dem fetalen Alkoholsyndrom (FAS). Bei ihnen kommen zusätzlich Fehlbildungen der Extremitäten und des Gesichts, Nierenschäden und Herzfehler hinzu.

Ein Leben lang gezeichnet

Wie Prof. Dr. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, betont, kämpfen betroffene Kinder oft ein Leben lang mit sozialen, körperlichen und psychischen Problemen. Besonders tragisch: FASD ist in Deutschland kaum bekannt und wird bis heute nicht als Behinderung anerkannt. Dies erschwert es den Betroffenen zusätzlich, die notwendige Unterstützung zu erhalten.

Hundertprozentig vermeidbar

Die gute Nachricht: FASD ist zu 100 Prozent vermeidbar – durch konsequenten Alkoholverzicht während der Schwangerschaft. Es gibt keine sichere Menge Alkohol in der Schwangerschaft. Jedes Glas kann zu viel sein. Werdende Mütter und ihr Umfeld sollten sich dieser Verantwortung bewusst sein und entsprechend handeln.

Weitere Informationen und Unterstützung für Schwangere finden sich unter www.kenn-dein-limit.de/alkoholverzicht/alkohol-in-der-schwangerschaft/.

(Der Text basiert auf einer Pressemitteilung des BiÖG aus September 2025)